ER Sitzung vom 04.12.2025
Die vorletzte Sitzung der Legislatur war ausschliesslich der Revision der Allgemeinen Nutzungsplanung ANUP und der Bau- und Nutzungsordnung BNO gewidmet. Die Debatte im Einwohnerrat ER bildete den Abschluss eines jahrelangen Planungs- und Mitwirkungsprozesses. Vor dem Finale wurde dem ER der verbleibende verzögerungsfreie Spielraum aufgezeigt. Dieser war praktisch gleich Null, beziehungsweise auf die im Einspracheverfahren vorgenommenen Anpassungen des GR eingeschränkt. Der ER hätte also die kontroverse Hochhausoberkante im Zentrum (siehe nachfolgend) wieder auf 50m hochsetzen können – dazu hatte aber offensichtlich niemand Lust. Am Ende der Debatte wurde die Gesamtrevision vom ER gutgeheissen, auch wenn (oder weil?) viele zentrale Gebiete (Landstrasse, Bahnhof, Kloster, Berg, Geisswiess, Industriezone) seit der letzten Gesamtrevision bereits bearbeitet oder in der aktuellen Runde bewusst ausgenommen wurden.
Hochhaushöhe zurechtgestutzt
Die Hochhausoberkante im Zentrum wurde in der letzten Bereinigungsrunde auf dem bestehenden Wert belassen und nicht erhöht. Dies nachdem eine grosse Zahl von Einsprechenden den Schattenwurf (inhärent) und den Mehrverkehr (nicht wirklich unvermeidbar) von neuen Hochhäusern moniert hatten. Eine Panikreaktion des GR, der sein Legislaturwerk über die Ziellinie retten wollte? Oder doch ein brillanter Move, alle Kritik auf einen Punkt zu lenken und diesen dann in Luft aufzulösen? Uns egal, Hauptsache der nächste Hochhausbauer vergisst die Rooftopbar nicht…
Mehrkosten und/oder Mehrnutzen?
Vor der Sitzung hatte die FDP dem neuen Nutzungsbonus für preisgünstiges Wohnen einen erhöhten Verwaltungsaufwand und dauerhafte Kosten unterstellt, die in keinem angemessenen Verhältnis zum erwarteten Nutzen stehen würden. Wir glauben jedoch nicht, dass allfälliger Verwaltungs-Mehraufwand, auch wenn er auf die Antragsteller überwälzt wird, das Verfahren sooo stark verteuert dass presigünstiges und kostendeckendes Wohnen per se verunmöglicht würde. Dafür nehmen wir erfreut zur Kenntnis, dass die FDP den presigünstigen Wohnungsbau nicht rundherum ablehnt (oder das zumindest nicht so deklariert hat).
In der Debatte befürchtete die SVP (ja tatsächlich, die SVP) eine unsoziale Verteuerung von Bauen und Wohnen als Folge der Tiefgaragen – Mindestüberdeckung von 60cm, und plädierte auf 45cm. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat mit Verweis auf eine mitgerechnete Drainage-Schicht von 10cm und gegenlautenden Forderungen nach 80cm oder mehr Überdeckung gekontert und entkräftet. Dieser Streitpunkt zeigt also exemplarisch die Kompromissfindung hinter der neuen ANUP. Wir denken dass zusätzliche 1m Rampenlänge zur Tiefgarage (oder 2.5 m2 Versiegelungsfläche) durch eine gescheite Vegetation auf einer anständigen Bodenschicht mehr als kompensiert werden.
Der Abspann: Abschiedssitzung vom 11.12.2025
In der allerletzten ER Sitzung vom 11.12.2025 ging’s zum Legislaturende noch um diverse Verabschiedungen, darunter auch derjenigen von Leo Scherer, dem wettigrüenen Methusalem des ER. Sein jahrzehntelanges Wirken wurde von seiner jüngsten Adlatin Ema Savic mit wohltuend persönlichen Worten gewürdigt (auch wenn er genau so was grad überhaupt nicht wollte). Aus dem Gemeinderat hat sich das langjährige Führungsduo Roland K und Markus M unter Tränen gegenseitig in den politischen Ruhestand gereimt.