Nächste Haltestelle: Hitachi?!
WettiGrüen hat sich am Neujahrstreff intensiv und kontrovers mit der forcierten Industrieansiedelung im Tägerhardächer (Projekt Hitachi) auseinandergesetzt und gelangt aktuell zu folgender Einschätzung:
Der Erhalt der Landschaftsspange Rüsler-Sulperg gemäss entsprechendem Sachplan wurde und wird von WettiGrüen sehr hoch gewichtet. Es ist richtig und lobenswert, dass dieser Grüngürtel bis heute frei gehalten werden konnte und alle Anfragen für eine Nutzung abgewiesen worden sind. Nun stellt sich die praktisch ausschliesslich entscheidende Frage, ob und unter welchen Umständen eine Umzonung von Landwirtschaftsland als Industriestandort ermöglicht werden soll.
Es steht ein Projekt an, dessen potentieller Mehrwert für die Gemeinde Wettingen vermutlich nicht zu überbieten ist. WettiGrüen geht auch davon aus, dass das allfällige Bauprojekt ökologisch vorbildlich sein wird, ein emissionsfreier Betrieb gewährleistet ist, und dass nicht vorgesehen ist, alle Mitarbeitenden über die nahe Autobahnausfahrt anrollen zu lassen, sondern eine S-Bahn und/oder LTB Haltestelle mitgedacht wird.
Dem verführerischen Argument von zusätzlichen Steuereinnahmen steht WettiGrüen aber skeptisch gegenüber. WettiGrüen war und ist dezidiert der Auffassung, dass zur Lösung der Finanzprobleme eine moderate Steuerfusserhöhung unumgänglich und zumutbar ist. Jetzt bereits allfällige Erträge sozusagen als Sponsor für die geplanten Investitionen im Schulbereich oder als Schuldenabbauallerheilmittel anzupreisen erscheint höchst spekulativ.
Landwirtschaftliche Fruchtfolgeflächen sollen erhalten werden, denn einmal verbautes Ackerland ist für alle kommenden Generationen verloren. Rein unter diesem Gesichtspunkt wäre also eine Umnutzung von bestehender Bausubstanz in der Region, welche angeblich ebenfalls zur Evaluation steht, einem Neubau auf der grünen Wiese vorzuziehen. Falls nun die Unversehrtheit der ursprünglichen Landschaftsspange dem Projekt geopfert wird, sollten alle vier Sachplangemeinden, und nicht nur Wettingen, geeignet und unmittelbar (also mehr als eine blosse Mitbenutzung von Abstellplätzen und Garderoben von Hitachi durch die Würenloser Fussballer) profitieren können. Ansonsten wird an anderen Orten der Landschaftsspange bei nächstbester Gelegenheit ebenfalls eine Ausnahme gefordert, und der Schutzeffekt für den letzten Grüngürtel im Limmattal erodiert vollends.
WettiGrüen lässt sich nicht blenden und wird den Prozess weiter aufmerksam begleiten.